Epitaph des Hans Steininger

An der nördlichen Außenmauer der Pfarrkirche St. Stephan befindet sich eines der Wahrzeichen Braunaus: der Mann mit dem langen Bart, Hans Steininger

Es ist ein aus rotem Marmor gehauener Grabstein für den 1567 gestorbenen Ratsherrn und Stadthauptmann Hans Steininger.

Berühmt wurde er durch seinen dreieinhalb Ellen langen Bart (rund 2 m), der ihm, obzwar achtzehn Mal vom Kinn weg abgeschnitten, bis über die Zehenspitzen reichte. Er war so berühmt, dass er bei einer Huldigung für Ferdinand I. in Prag auf einem eigenen Wagen mitgeführt wurde. Als Ferdinand zum Kaiser gekrönt worden war, verlieh er "dem libden Hannsen Steininger" ein eigenes Wappen und erhob seine Familie in den erblichen Adelsstand. Der Überlieferung nach soll Steininger bei einem Brand in der Stadt vergessen haben seinen langen Bart aufzurollen, sei dabei über eine Stiege gestürzt, wobei er sich das Genick brach. Nach seinem Tode wurde ihm der Bart abgenommen und blieb in den folgenden Jahrhunderten ein wertvolles Familienreliquiar.

1911 erhielt die Stadt durch testamentarische Verfügung den Bart, den Adels- und Wappenbrief und ein Tagebuch des berühmten Mannes. Diese wertvollen Stücke werden in einer eigenen Vitrine in der Herzogsburg ausgestellt. Die Echtheit des Bartes, die besonders in den letzten Jahren angezweifelt wurde, ist durch eine von vier Dermatologen verfasste Expertise (16 Seiten umfassend) bewiesen.

Quelle: EITZLMAYR, Max (1997): Braunau - die historische Handelsstadt. Braunau.
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